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Cristina Pogacean

Ende August fuhren die Rab-Athleten Nasim Eshqi und Cristina Pogacean in die Zanskar-Region in Jammu und Kashmir in Indien, um einen Versuch am H17 zu wagen, einem jungfräulichen Gipfel am Zusammenfluss der Flüsse Haptal Tokpo und Chhogo Tokpo.

Cristina beschreibt, was sie zum H17 inspiriert hat: ‘Diesen Berg sah ich letztes Jahr auf unserer Expedition in Zanskar, bei der mein Mann Cosmin und ich die „Super-Couloir Route“ am Südgipfel des T16 kletterten. Ich machte eine Bemerkung darüber, wie wunderschön diese Felspyramide doch ist und wusste, dass dies eines meiner nächsten Projekte wird. Als Grit&Rock Projekte ausschrieb, dachte ich, es wäre ein brillantes Ziel für eine Expedition, die nur aus Frauen besteht, und rief Nasim Eshqi an, eine Freundin und exzellente Felskletterin aus dem Iran.’

Nachdem sie den Grit&Rock First Ascent Award gewonnen hatten, fuhr das Paar hoffnungsvoll nach Indien. ‘Ich hoffe, wir sind erfolgreich, wir sind doch coole Mädels!’ Witzelt Nasim. ‘Aber im Ernst – wir haben beim Klettern keinen Stress, sind zuversichtlich und arbeiten als eine Einheit. Für uns beide ist es das Wichtigste, Spaß beim Klettern zu haben – natürlich gehen wir an unsere Grenzen, aber wir wollen das Klettern trotzdem genießen.’

Kurz nachdem sie in Indien und in Padum ankamen, dem letzten Dorf vor dem Basecamp, erkrankte Nasim unglücklicherweise an einer Magen-Darm-Infektion und musste sogar ins Krankenhaus. Schnell wurde klar, dass H17 außer Reichweite war.

Um aber keine Gelegenheit zu verpassen, traf sich Cristina mit ihrem Mann Cosmin und fuhr zur Karnak Schlucht, einer beeindruckenden Schlucht, die in 4 000 m Höhe von einem Fluss in den Kalkstein geschnitten worden war. ‘Der Fels und die Umgebung erinnerte uns an die Taghia-Schlucht im marokkanischen Atlasgebirge, nur über 2 000 m höher gelegen – ein verstecktes Kalksteinparadies in einem Land aus Granit.’

Am Morgen des 4. September beschlossen Cristina und Cosmin, die Route in kurzen Blöcken vorzusteigen und starteten in die erste Seillänge. ‘Die ersten beiden Seillängen führten durch eine schöne und kompakte Wand. Die ganze Route hindurch mussten wir schwierige Entscheidungen treffen: entweder schöne Kletterei (und da gab es eine Menge), die nur durch Schlaghaken zu sichern war (die wir natürlich nicht dabei hatten) oder durch besser absicherbares Gelände, meist aber durch bröckeligen und losen Fels. Wir gingen einfach den besten Kompromiss ein.’

Produkte, die bei dieser Expedition benutzt wurden

In der zehnten Seillänge führte Cristina im Dunkeln und das Paar beschloss, aufzuhören, und seilte auf den nächsten Absatz ab. ‘Nach einigen Minuten konnten wir genug Schutt wegräumen, damit wir ausreichend Platz hatten, um in unseren Schlafsäcken zu sitzen. Mit etwas Ehrgeiz konnte man sich sogar etwas einrollen.’

Am nächsten Morgen starteten Cristina und Cosmin bei gutem Wetter und mit frischem Elan. Sie kletterten bis zum höchsten Punkt des Vortags, bauten dort einen Standplatz und stiegen wieder ab. Zehn Abseil-Längen, von der eine in einem zerschnittenen Seil endete, und etwas Kletterei später waren sie wieder am Flussbett angelangt. ‘Das Mittagessen im Zelt war toll; gutes Karma hatte uns zwei Tage gutes Wetter gebracht. Bestes Timing für etwas ‘Monkey Business’!’

‘Monkey Business’, 14 Seillängen, 6a+ (ca. 4 200 m bis 4 700 m) – Hanuman Wall, Karnak Valley, Ladakh, Indien.

Vielen Dank an Cristina und Nasim für den Bericht. Wenn dich die Story inspiriert hat, folge Nasim auf Facebook, besuche hier Cristins Webseite oder folge ihr auf Facebook.

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Among Giants

A former track & field athlete, Cristina now juggles her time between her professional career as a civil engineer and being a fully certified Romanian Mountain Guide and climber.