Words By
Athena Mellor

Es ist 5:30 Uhr in der Früh und ich höre den leisen, aber durchdringenden Wecker meiner Uhr, die neben dem Kopfkissen liegt. Ich bin in die Wärme meines Schlafsacks eingekuschelt, aber meine Wangen, die aus der Kapuze herausschauen, spüren die bittere Kälte der Luft und halten mich davon ab, mich zu bewegen. Auch wenn mein Körper noch ruht, sind meine Augen und meine Gedanken damit beschäftigt, das Wetter und die Konditionen draußen einzuschätzen. Für viele Leute der heutige Tag ein ganz normaler Mittwoch, aber für meine beiden Schwestern und mich geht es um etwas anders.

Wir befinden uns in der Annapurna-Region in Nepal, und wachen gerade 4 800 m über dem Meeresspiegel im Thorong-Hochlager auf. Zwölf Tage sind wir hier her gewandert, haben Krankheit, Verletzung, Erschöpfung und Euphorie erlebt – und heute ist der Tag, auf den wir so lange hingearbeitet haben. Heute werden wir (hoffentlich) den Thorong-La-Pass überschreiten, mit seinen 5 416 m ist es der höchste Punkt des Annapurna Circuit. Es ist der höchstgelegene Ort, an dem wir je waren, und obwohl wir alle nötigen Vorbereitungen für die Überquerung des Passes getroffen hatten, hatten wir in Wirklichkeit keine Ahnung, was uns dort erwarten würde.

Wir starteten den Annapurna Circuit zwölf Tage zuvor. Mit bester Laune und voller Energie wanderten wir vorbei an traditionellen nepalesischen Dörfern durch eine tiefe Schlucht zu den Füßen des Himalaya. Jede Nacht fanden wir ein Teahouse zur Übernachtung, aßen Dal Bhat zum Abendessen, zogen unsere Schlafsäcke heraus und schliefen auf quietschenden Matratzen. Beim ersten Tageslicht packten wir die Rucksäcke, stopften die Schlafsäcke hinein, aßen Porridge und tranken nepalesischen Tee, um uns für den Tag zu stärken. Dies wurde zu unserem täglichen Ritual, und doch war kein Tag wie der andere. Mit jedem Tag näherten wir uns langsam den Bergen.

In Manang, in 3 500 m Höhe, verbrachten wir drei Tage, um zu rasten und uns zu akklimatisieren. Von hier aus sind es noch drei Tage bis zum Pass. Diese Tage waren kurz und hart, der Sauerstoff wurde weniger und unsere Rucksäcke mit jedem Schritt schwerer. Die Luft war schneidend kalt, und so kochten wir uns Tee wann immer möglich, wärmten unsere Hände daran und erlaubten unseren Körpern, sich an die dünne Luft zu gewöhnen. Am Tag der Passüberschreitung war das nicht möglich. Wir mussten 9 Stunden gehen, 600 Höhenmeter gewinnen und 1 600 Meter absteigen, um das nächste Dorf zu erreichen.

Es war noch früh in der Trekkingsaison und tiefer Schnee lag auf dem Pfad. Ohne Steigeisen konnten wir uns in schwierigen Passagen nur auf unsere Stöcke verlassen. Tiefe, steile Schluchten schienen ins Nirgendwo abzufallen, nur einige eisige Zentimeter von unserem Pfad entfernt, auf dem wir uns entlangkämpften. Wir kamen höher und höher, unser Atem wurde kürzer, und meine Augen schienen am Weiß und Blau der Landschaft festzukleben. Ich suchte an den Bergen um uns herum irgendeinen Hinweis auf Farbe, hoffte verzweifelt, endlich die Gebetsfahnen zu sehen, die den Gipfel markierten.

Als wir endlich den Pass erreichten, erlebte ich einen unglaublichen Moment der Erleichterung und der Fassungslosigkeit. Wir, die drei Schwestern, hatten es geschafft. Ich bin absolut sicher, keine von uns wird dies je vergessen. Im Vergleich zu den Achttausendern um uns herum ist der Thorong-La-Pass natürlich klein, aber für uns war es ein großer Sieg, ihn zu erreichen. Es war mein erster Vorgeschmack auf das, was der Himalaya bietet, und vielleicht wartet in Zukunft ja mehr noch mehr Bergsteigen auf mich.

Athena teilt ihre Erlebnisse in ihrem Blog Wild & Words. Du kannst ihr auch auf Instagram folgen.

Der Schlafsack Mythic 600

Als die Temperaturen auf minus 25 Grad Celsius fielen, hätte ich für meinen Schlafsack Mythic 600 nicht dankbarer sein können. Wenn man zum Trekking in den Bergen bist und ein harter Tag bevorsteht, ist es unendlich wichtig, nachts gut zu schlafen. Mit der Einstufung von bis zu -32 Grad Extremtemperatur konnte ich dank dem Mythic 600 trotz der Kälte gut schlafen. Ich brauchte nie extra Decken, selbst in den kältesten Nächten nicht. Als wir uns entschieden, dass wir keine Träger engagieren, sondern unsere Rucksäcke selber tragen wollten, kam mir das geringe Gewicht des Schlafsacks gerade in großer Höhe sehr entgegen. Es war für meinen Trek auf dem Annapurna Circuit wohl das beste Stück meiner Ausrüstung.

Wir schaffen Wohlbehagen

Athena Mellor is an outdoor travel writer and photographer, dwelling from Yorkshire but currently based in Manchester, England. She spends most of her time out rambling, climbing, cycling and exploring in the U.K. and beyond. With a love of capturing a place or a moment in a passionate and honest way, Athena shares her adventures on her blog, Wild & Words.