Mit dieser Serie möchten wir dir die Rab-Familie vorstellen, all die Charaktere, die die Geschichte der Firma geformt haben und die uns in die Zukunft bringen werden. Was inspiriert sie? Wie beeinflusst die Arbeit bei der Firma ihr Leben? Wir stellen dir Profile aus dem ganzen Spektrum von Mitarbeitern vor, von Designern mit einer Vision für die Produkte von morgen bis hin zu den Mitarbeitern im Lager, die dafür sorgen, dass dein Händler vor Ort seine Aufträge schnell erhält – jeder hat eine Geschichte, und in dieser Serie wollen wir sie erzählen.

Der Erste in der Reihe ist Rabs Verkaufsmanager in UK, Chris Vanderhoven. Wenn er nicht gerade unsere Vertriebspartner besucht, belebt Chris das Büro mit seinem Humor und jongliert die Leitung von vier UK Vertriebsmitarbeitern und drei Produkttrainern. Wir trafen Chris, um herauszufinden, wie er zu Rab kam, und sprechen mit ihm über die Herausforderungen seines Jobs und über einige der Kletterabenteuer, an denen er im Laufe der Jahre beteiligt war.

Wann bist Du zum ersten Mal auf Rab aufmerksam geworden, und wie kamst Du dann zur Firma?

Eigentlich kenne ich die Firma, seit ich mit dem Klettern angefangen habe. Jetzt bin ich 36, ich habe mit meinem Vater mit dem Klettern angefangen, als ich 10 war. Ich komme aus Nottingham und war ständig im Peak District unterwegs, dort und in Nottingham und Sheffield war die Marke überall zu sehen. Ich sah damals oft Leute, die den klassischen Kinder Smock trugen.

Zur Firma kam ich nach einem wirklich tiefgreifenden Ereignis, denke ich. Ich verließ die Schule und war etwa 5 Jahre in der Ausbildung als Ingenieur, kletterte und boulderte aber viel in meiner Freizeit, war mit meinem Dad in den Alpen zum Wandern und sowas alles. Ich war echt viel draußen und in meiner Karriere als Ingenieur kam der Punkt, an dem ich eigentlich hätte aufsteigen können, da mein Dad eine Maschinenbaufirma besaß. Aber ich mochte es nicht wirklich, ich zwang ich mich da hinein, einfach weil es eine Chance auf eine gute Karriere war. Ich war mir damals unsicher und ging über den Sommer erst mal auf die Balearen, um zu klettern und die Inseln zu erkunden. Allerdings wurde ich vom Nachtleben auf Ibiza doch ziemlich abgelenkt! Das wurde dann schnell, also schon in der zweiten Woche, meine Hauptbeschäftigung …. (Gelächter)! Nach etwas übermäßigem Genuss kam ich schließlich wieder nach Hause und entschied mich definitiv für eine Karriere in der Outdoorbranche.

Ich bekam bei Nevisport in Nottingham einen Job als Verkäufer für Kletterzubehör und Schuhe. Dort war ich ein paar Jahre, arbeitete mit Gleichgesinnten und lernte viel über verschiedene Ausrüstung und Marken. Dann wechselte ich zu Decathlon und wurde Produkttrainer, was mich ein paar Mal im Jahr in die Alpen nach Saint Gervais führte, um selbst an den neuen Produkten ausgebildet zu werden, und die Fabriken der verschiedenen Marken der Branche zu besichtigen. Das brachte mich sehr viel näher an die Produkte heran, was ich auch immer wollte, aber die Möglichkeiten, die ich dort hatte, hatten mehr mit Shop-Management zu tun, was mich aber nicht interessierte. Der nächste Schritt war dann, Produkt-Trainer zu werden, aber direkt für eine Marke. Es ergab sich die Gelegenheit, für Bridgedale Socks zu arbeiten, was sich dann zur Verkaufsposition entwickelte. Diese Position mochte ich sehr gerne, es bedeutete für mich, näher am Geschäft zu sein und Beziehungen zu den Einzelhändlern zu knüpfen. Nach einer Zeit tat sich bei Rab die Möglichkeit auf, Northern Sales Area Manager zu werden, der Hochburg von Rab. Einen Tag nach meinem Vorstellungsgespräch kam dann der Anruf und ich nahm an! Das war vor 9 Jahren, nächstes Jahr feiere ich also mein Zehnjähriges.

Es war ehrlich gesagt eine gute Zeit einzusteigen, gerade als ich dazu kam, ging es richtig los und ich war Teil eines Teams, das Rab auf das nächste Level brachte. Nach kurzer Zeit wurde ich Kundenbetreuer Inland und betreute die Kunden von Snow and Rock, Cotswold und Go Outdoors, daraus entwickelte sich dann die Position des Verkaufsmanager in UK. Das mache ich heute noch und dazu gehört das Management von vier unabhängigen UK Vertriebsmitarbeitern, unseren Produkt-Trainern, den Beziehungen mit unseren unabhängigen Einzelhändlern und die im Norden ansässigen Kunden.

Wie hat sich Rab verändert, seit Du dabei bist?

Wir sind im Laufe der Jahre enorm gewachsen. Als ich vor neun Jahren anfing, waren wir vielleicht eher eine Underdog-Marke. Durch unsere Tradition kannte uns aber zum Glück jeder, auch im Süden, wo es nicht so viele Kletter-Shops gab, waren wir trotzdem bekannt. Wir haben die Winterprodukte zu einer kompletten Kollektion ausgebaut, um Produkte in allen Kategorien anbieten zu konnten: Hosen, Hardshells, Baselayer und Zubehör. Das Sortiment hat sich diversifiziert. Außerdem denke ich, dass sich das Aussehen der Produkte massiv verbessert hat. Die Liebe zum Detail, die Verarbeitung, die Farben und Muster haben sich deutlich verbessert.

Du kletterst jetzt schon so lange, Du hast sicher einige ziemlich gute Abenteuer erlebt?

Oh ja! Ich war zum Klettern in Europa, und sehr viel in UK, Indien und Asien. Die schönsten Erinnerungen habe ich an einen ganz besonderen Trip in Marokko 2007. Damals entwickelte sich die Gegend gerade richtig gut, beziehungsweise wurde sie als gut entwickeltes Kletterziel erkannt, aber für die Gegenden, in die wir gerne gegangen wären, gab es noch keine Kletterführer. Ich hatte noch nie die Erfahrung gemacht, irgendwo ohne Kletterführer zu klettern, das war ein richtiges Abenteuer. Mein Freund Pat und ich beschlossen also, dort hin zu gehen. Wir durchforsteten das Internet und fanden ein paar Hinweise, dann waren wir in Tafroute, was auf der Südseite des Atlasgebirges liegt, wo all die großen Trad-Routen in großen Quarzitwänden liegen.

Es ist eine typische Geschichte, wie man sie von so vielen Kletterern hört, die an solchen Orten waren. Du kommst in ein bestimmtes Hotel oder Café und dort findest Du nur eine Sammlung von Zeichnung der Topos, auf Klopapier, Kippenschachteln oder halt irgendwo! Wir blättern durch die Zeichnungen, und da hat doch tatsächlich jemand eine echt gute Karte der Täler und Kletterwände gezeichnet. Mit unseren Handys fotografierten wir die Karte und los ging es. Wir gingen zum Eagle Crag, der sich inzwischen zu einem Klassiker entwickelt hat. Wir hatten dort einen tollen Tag, und dann sind wir diese eine Route geklettert, es war einfach langweilig. Wir sahen uns um, entdeckten eine komplett jungfräuliche Wand und fragten uns, ob wir es versuchen und eine komplett neue Route erschließen sollten?! ‚Warum nicht?‘, dachten wir uns. Wir gingen rüber, waren aber die reinen Zocker! Es war ziemlich bemoost und recht einfach, aber dann zog Pat mit der letzten Seillänge an der Basis eines Überhangs vorbei und seitlich davon hinauf. Ich konnte ihn nicht mehr sehen. Pat wurde daraufhin etwas nervös, und ich glaube, er dachte darüber nach, wo er gerade war, wie weit wir von der Zivilisation entfernt waren und dass keiner wusste, wo wir steckten! Wir waren nicht auf so ein Abenteuer vorbereitet und dachten, am besten wir verschwinden einfach wieder schnell. Pat schaffte es, um die Kante zu kommen, als plötzlich eine Menge Steine vom Überhang herunter prasselten, unter dem er gerade traversierte, und Pat hing auch noch an sehr fragwürdigen Sicherungen, die er dort platziert hatte. Riesige torsogroße Blöcke, krachten 8 Seillängen unter uns in den Boden, ein grauenvoller Moment!

Das Lustige daran war, dass Pat kurz darauf realisierte, dass der Abbruch einen wirklich einfachen Weg zum Gipfel freigeräumt hatte! Wir nannten die Route ‚Sheaf O’Clock‘, nach unserer Stammkneipe in Sheffield, weil wir nach diesem Tag nichts sehnlichster wünschten als ein Bier, was in Marokko etwas schwer zu bekommen ist!

Was war im Laufe der Jahre Dein Lieblingsprodukt?

Mein Lieblingsprodukt von Rab ist die Vapour-Rise. Ich hatte schon immer eine Affinität zu dieser Art Technologie. Mir wird sehr schnell heiß, selbst wenn ich eine wirklich gute Hardshell trage, wird es mir schnell zu warm. Darum schaue ich immer nach etwas, was guten Schutz vor den Elementen bietet, aber auch sehr atmungsaktiv ist, deshalb sind die Vapor-Rise Linie und die neuen Alpha Produkte genau das Richtige für mich. Ich glaube es war 2010, als ich einen Prototyp der Vapor-Rise Alpine Jacke bekam, und das war eine Offenbarung! Leicht und ideal zum Klettern, weil sie ausreichend winddicht und sehr atmungsaktiv ist, und sehr schnell trocknet.

Und aus dem aktuellen Sortiment?

Ich denke, die ganze Rock Kollektion ist mir wichtig geworden. Früher kaufte ich mehr technische Ausrüstung, aber seit ich Kinder habe, fehlt mir die Zeit für die wirklich langen Tage draußen. Also klettere ich bei mir in der Nähe und gehe auch viel Bouldern, weil das einfach weniger Zeit erfordert. Teile wie die Rampage Jacke und die Cranks Short trage ich sehr oft.

Wie siehst Du die Zukunft der Outdoorbranche, und insbesondere die von Rab?

Das ist eine schwierige Frage! Der Markt ändert sich ständig, in letzter Zeit sehe ich aber, dass unabhängige Einzelhändler sich schnell an den sich ständig verändernden Markt anpassen und daraus Kapital schlagen. Es ist eine Freude, auch nach 10 Jahren noch teilweise mit denselben Kunden zu arbeiten, zu erleben, wie sie danach streben, anders zu sein, und dennoch Spezialisten bleiben. Leider ist das derzeit bei vielen Einzelhändlern am Verschwinden, da der Markt konkurrenzbetonter geworden ist und sie sich gezwungen sehen, mehr Massenprodukte anzubieten. Aber diese Händler sind für Rab und mich selbst enorm wichtig, wir müssen sie schützen, weil das diejenigen sind, die sich mit den Leuten unterhalten und sie mit Produkten versorgen, die auch wirklich draußen unterwegs sind. Es ist wichtig, dass wir diese Verbindungen zu unseren Vertriebspartner schützen und ihre Position für die nächsten Jahre stärken!


Vielen Dank an Chris. Wenn Du beim Lesen des Mitarbeiterprofils Spaß hattest und Du denkst, dass Deine Expertise gut zu Rab passt, dann schau bitte hier in die Liste offener Stellen.

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