Text von
Kate Ennis

Leitender Bekleidungsdesigner Kate Ennis ist die treibende Kraft hinter unserer lebhaftesten Kollektion: der Rock Kollektion. Kate, die in sich große Erfahrung als Designerin und ihre Liebe zum Bouldern trägt, erzählt uns, wie die Kollektion entstand.

Mein Hintergrund ist eigentlich die Mode. Ich studierte Modedesign an der Universität, und kurz nach dem Abschluss begann ich zu klettern und verbrachte mehr und mehr Zeit damit, in Klettergebieten und Vans herumzuhängen! Je mehr mich die Welt um mich herum beeinflusste, desto mehr veränderte sich auch mein Interesse an Mode. Kurzerhand eröffnete ich mein eigenes Business und stellte Kletterkleidung her, während ich bei anderen Marken Erfahrungen sammelte.

2011 kam ich zu Rab, arbeite inzwischen als Senior Designer und entwickle Produkte für die gesamte Kollektion. Wir sind ein kleines, eng zusammenarbeitendes Team mit unterschiedlichsten Hintergründen. Das funktioniert wirklich gut, da wir so viele verschiedene Perspektiven und Fähigkeiten haben. Das Gute daran ist, dass wir als Team die Produkte von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt begleiten. Von den vielen Dingen, an denen ich gearbeitet habe, ist die Rab Rock Kollektion mein Liebling.

Die Rock Kollektion ist eine Kleiderkollektion für das alltägliche Klettern: Robust und langlebig, ideal für lange Tage am Fels oder für Trips in die Kletterhalle. Im Vergleich zu unserer Core Kollektion fühlen sich die Produkte dieser Kollektion etwas anders an. Es stecken mehr Spaß und Farbe darin als in den Klamotten für Hochgebirgsaktivitäten. Viele Leute tragen die Stücke auch zur Arbeit, also nicht nur zum Klettern – sie sind auch vielseitig genug für den Alltag! Meine Designs sind meist von meinen Erfahrungen als Kletterin inspiriert – jedes Produkt ist eindeutig Rab, aber mit der Zeit konnte ich einen ganz eigenen Look für die Kollektion entwickeln. Passform und Funktion stehen im Zentrum, aber die Rock Kollektion fühlt sich heller und frischer an. Sie gab mir die Möglichkeit, mit den Farben der Boulder zu spielen, so wie die kräftigen Gelb- und elektrisierenden Blautöne, die ich so liebe. Es war unglaublich befriedigend zu sehen, wie die Kollektion wuchs und sich weiter entwickelte.


Obwohl sie Casual aussieht, ist sie immer noch sehr technisch. Wir überlegen uns sehr genau, welche Materialien, Technologien und Details wir verwenden. Wie bei der Ascent Kollektion auch ist jedes Teil abgestimmt auf die Umgebung, in der es eingesetzt wird. Zum Beispiel nutzen wir für die Asylum Jacke ein sehr dickes (70D) Außenmaterial aus Pertex. Die Asylum ist so deutlich robuster als eine normale Daunenjacke; natürlich lässt sie sich nicht mehr so klein zusammenfalten, aber dafür kannst du sie unbesorgt in deine Bouldermatte zu stopfen, ohne , dass sie kaputt geht. In Kombination mit 365 g europäischer Entendaune wird daraus eine sehr warme und doch robuste Jacke, ideal fürs Bouldern im Winter.

Am anderen Ende des Spektrums, also bei den Produkten für wärmeres Wetter wie die Rampage Jacke oder das Crimp Tee, nutzen wir Materialien aus drirelease®, die Feuchtigkeit gut aufnehmen. Das ist ein einzigartiger Mix aus synthetischen und natürlichen Fasern, die Feuchtigkeit sehr schnell zur Außenseite des Stoffes leiten, wo sie dann schnell abtrocknen kann. Sie besitzt außerdem einen natürlichen Geruchsstopper, der sich nicht auswäscht, und einen kleinen Spandex-Anteil für etwas Stretch. Das alles zusammen macht diese Teile zum Klettern wirklich komfortabel.

Die Arbeit an der Rock Kollektion und das Klettern in der Freizeit kann durchaus zur Herausforderung werden, da es manchmal schwierig ist, das Ziel der Kollektion zu verfolgen und nicht einfach Produkte für mich persönlich zu designen! Das heißt aber auch, dass ich die Möglichkeit habe, die frühen Prototypen direkt zu testen und ich so sicherstellen kann, dass die Kleidung so funktioniert, wie ich es geplant habe. Ich konzentriere mich in erster Linie auf den Schnitt der Kleidung. Die Passform ist so wichtig, und den richtig hin zu bekommen ist viel schwieriger, als man meinen mag. Es geht dabei um Körperformen, Bewegungen und die Verwendung. Zum Beispiel müssen wir sicherstellen, dass der hintere Teil der Hose auch bei Heel Hooks oder sehr hohen Antritten an Ort und Stelle bleibt und nicht verrutscht oder einschneidet. Wir müssen die selben Überlegungen beim Design für Frauen und für Männer machen. Wir schauen immer darauf, für wen das Produkt gedacht ist, wofür es gedacht ist und in welcher Umgebung es schließlich getragen wird. Als Team arbeiten wir an der perfekten Passform zusammen. Ich bekomme dabei Input von Ben, Jonn und Chris für die Produkte für Männer, und im Gegenzug bekommen sie meinen Input für die Produkte für Frauen.


Es ist toll, persönliche Erfahrung einfließen zu lassen, und es ist fantastisch zu sehen, wenn die Rock Kollektion dann am Fels getragen wird. Letztes Jahr nahm ich zum ersten Mal am Women’s Trad Festival teil. Es fand im Peak District statt und war eine ideale Gelegenheit, um mit vielen sehr engagierten weiblichen Kletterern zu reden! Ihnen die komplette Linie zu zeigen und ihr Feedback dazu einzuholen, war wirklich aufregend. Ich bekam sehr wertvolle Hinweise und spürte viel Begeisterung für die Linie, was natürlich immer gut tut! Zudem entdeckte ich einige Möglichkeiten, wie ich die Produkte weiterentwickeln kann. Zum Beispiel nehmen viele Kletterer ihre Smartphones in einer Reißverschlusstasche mit nach oben, um von oben Fotos zu schießen. Als Boulderer dachte ich nie darüber nach, mein Smartphone bleibt ja immer am Boden!

Neben diesen für die Weiterentwicklung der Produkte wichtigen Lektionen hatte ich auch die Chance, beim Festival zu klettern. Als Boulderer waren meine Tradfähigkeiten etwas eingerostet, und es war toll, zwei Tage lang Einzelunterricht zu bekommen.

Am ersten Tag war es etwas nass, also konzentrierten wir uns eher darauf, Standplätze zu bauen und die Sicherungsgeräte ordentlich zu setzen. Am nächsten Tag gingen wir hinüber nach Birchen und probierten einige einfache Routen. Das Women’s Trad Festival ist ein sehr inspirierendes Event, es ist komplett anders als alles andere, das ich zuvor gesehen habe. Meine beiden Lehrer waren toll, und ich würde das Festival definitiv jedem empfehlen, der seine Tradkletterfähigkeiten mit viel Spaß in einer sicheren Umgebung weiter entwickeln will! Ich glaube, dass eine echte Nachfrage nach solchen Events besteht, was ja auch dadurch bestätigt wird, dass die Tickets in diesem Jahr so schnell ausverkauft waren.

Glücklicherweise darf ich auch in diesem Jahr wieder am Festival teilnehmen, um dort Rab zu repräsentieren. Ich kann es kaum abwarten zu sehen, wie viele meiner eigenen Designs es an den Fels geschafft haben und auch darauf, den Kletterern zu zeigen, was wir als nächstes vorhaben. Wir haben viele spannende Sachen in der Pipeline, gerade aus der Rock Kollektion.