#Vanlife – Leben im Van hört sich idyllisch an, oder nicht? Endlose Winter und Sommer damit verbringen, die bekanntesten Routen der Welt zu klettern, verschiedenste Kulturen zu erleben und abseits der Zivilisation zu leben. Wir würden alle unseren Job aufgeben, um so ein Leben zu leben, richtig? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Was viele allerdings nicht sehen, sind die Entbehrungen und Kompromisse, die diese Athleten hinnehmen müssen, um diese Art zu leben zu verwirklichen. Um ein vollständig engagierter Kletterer zu sein musst du auch harte Trainingsstunden im Fitnessstudio verbringen, wenn das Wetter mal nicht so gut ist, aber wie macht man das, wenn man jeden Morgen woanders aufwacht?

Wir haben uns mit Angela VanWiemeersch, Pionierin vieler Erstbesteigungen und Rab Athletin, zusammengesetzt, um über diese widersprüchlichen Situationen zu sprechen.

Interview und Bilder von Josh Perez

Wie lange lebst du schon in Deinem Truck?

Ich lebe mehr oder weniger seit 2013 im Truck, aber so wirklich, ohne irgendwo Miete zu zahlen, seit 10 Monaten.

Was liebst du daran am Meisten? Was hasst du am meisten?

Ich liebe die Flexibilität, zu jeder Zeit überall hin fahren zu können, und an den schönsten Plätzen aufzuwachen. Oh, und den Allradantrieb! Ich hasse es, meine Küche nicht im Fahrzeug zu haben. Normalerweise koche ich auf der Heckklappe, und wenn das Wetter zu schlecht ist, leide ich.

Wie beeinflusst das Dein Training für größere Trips und Projekte? Wie hilft es genau?

Für technisch anspruchsvolles Felsklettern scheint es schwierig zu sein, unterwegs zu Trainieren. Zugang zu einer Kletterhalle zu haben ist wesentlich für die Fingerkraft und Spannung. Gut, dass ich nicht allzu viel Felsklettern gehe. Fürs Eis- und Mixed-Klettern finde ich immer irgendwo einen Baum: Ich werfe einige Schlingen über einen Ast, befestige einen Karabiner daran und dann hänge ich halt herum. Du musst einfach verschiedene Möglichkeiten fürs Training finden.

Das Ausdauertraining für Expeditionen war in letzter Zeit ziemlich gut. Im Truck zu leben ermöglicht es mir, hoch oben an einem Waldweg zu parken (oberhalb 3 000 m), über einen Pass zu radeln (oberhalb 4 000 m) und dann nach einem leckeren Abendessen einfach im Truck schlafen zu gehen.

Ich genieße es mehr, in den Bergen zu trainieren als im Fitnessstudio. Natürlich sind Fitnessstudios auch toll. Ich bin aber lieber draußen. Ich habe auch einen Satz Gewichte, einen Bauchtrainer, ein Fahrrad, eine Yoga-Matte und eine Gewichtsweste im Truck. Zusammen scheinen alle diese Hilfsmittel wirklich gut zu funktionieren!

Kannst du uns erzählen, wie ein normaler Trainingstag bei Dir derzeit aussieht?

Je nachdem, ob ich Ausdauer- oder Krafttraining mache, läuft ein Tag unterschiedlich ab. Normalerweise fahre ich mit dem Rennrad mehr als 30 km bergauf, und wenn es nicht stetig bergauf geht, versuche ich 80 km zu fahren. Das mache ich einmal pro Woche. Ebenfalls einmal pro Woche gehe ich 16 km laufen. Ich versuche, das auf 20 km auszudehnen, aber meine Knie schmerzen dann!

Alle 3 Tage mache ich eine Art Zirkeltraining, wobei ich jeweils 1,5 km Laufen mit hoher Intensität zwischen den Sets einbaue. Auch normale Übungen wie Sit-Ups, Liegestützen, Planking usw., also Übungen zur Rumpfstabilisierung, mache ich viermal pro Woche (die Erholungsphasen dabei sind kurz), und die Tage dazwischen versuche ich zu klettern, je nachdem, wo ich gerade bin. Wenn ich viel klettere, mache ich natürlich nicht so viel Krafttraining. Vielleicht einmal wöchentlich, dann versuche ich Ausdauer- und Krafttraining im Wechsel zu machen.

Was sind Deine nächsten Trips und Projekte, auf du Dich am meisten freust?

Ich freue mich schon auf Pakistan, wo ich im Juli mit einem Fatbike unterwegs sein werde. Das wird genial, wenn ich das Rad einen Gletscher hinauf schiebe, mal sehen.

Ich plane auch einen Trip nach China zum Eisklettern im Winter. Ich freue mich schon darauf, dafür zu trainieren und in den Monaten davor viele Eisfälle zu klettern!

 

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